Wie bleibt eine Region innovativ, wenn Fachkräfte fehlen und Märkte sich grundlegend verändern?

Osttirol gibt darauf eine klare Antwort: mehr Zusammenarbeit, mehr Offenheit – und neue Wege, Innovation zu denken. Mit „Open Osttirol“ startet jetzt ein ländliches Innovationsnetzwerk im Rahmen des österreichweiten Programms „Ländliche Innovationsnetzwerke“ (LIN), das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ausgeschrieben wurde. Ziel ist es, Betriebe, Bildung, Forschung und Gesellschaft enger zusammenzubringen und Innovation in der Region gezielt voranzutreiben.

Initiiert von der ARGE-INNOVATIONSNETZWERK OSTTIROL unter der Führung der INNOS GmbH gemeinsam mit den Vereinen Industrie 4.0 Osttirol sowie Campus ISEL entsteht in den kommenden drei Jahren ein Raum in dem neue Ideen nicht zufällig entstehen, sondern gezielt möglich gemacht werden.
Wirtschaftslandesrat Mario Gerber sieht im Projekt großes Potenzial: „Open Osttirol kann die Innovationskraft der Region weiter stärken und die positive wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre langfristig absichern. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels braucht es solche Netzwerke, die Wissen bündeln und Kooperationen ermöglichen. Damit setzen wir ein klares Signal: Osttirol ist innovativ und zukunftsorientiert.“

Wenn aus Nebeneinander Zusammenarbeit wird
„Osttirol bringt viele Stärken mit – von starken Betrieben bis hin zu engagierten Bildungseinrichtungen. Mit Open Osttirol wollen wir diese Kräfte besser verbinden und gezielt neue Impulse in der Region setzen“, sagt INNOS-Geschäftsführerin Barbara Hassler.
Unternehmen sollen künftig schneller die richtigen Partner finden, neue Impulse von außen nutzen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Ziel ist es, Innovation nicht dem Zufall zu überlassen, sondern aktiv voranzutreiben. Wirtschaftswissenschaftler und INNOS-Beiratsvorsitzender Kurt Matzler bringt es auf den Punkt: „Wer heute innovativ sein will, muss bereit sein, Wissen zu teilen und von anderen zu lernen. Genau dafür schafft Open Osttirol den Rahmen.“

Konkrete Chancen für Betriebe
„Gerade in unseren Stärkefeldern wie Mechatronik oder MINT zeigt sich, wie wichtig Zusammenarbeit ist. Wenn Betriebe ihr Wissen teilen und gemeinsam weiterentwickeln, stärkt das den gesamten Standort“, betont Markus Trost, Obmann des Vereins Industrie 4.0 Osttirol. Im Fokus stehen die Stärkefelder der Region: Holz(bau), Mechatronik und MINT. Mehr
Zusammenarbeit stärkt nicht nur einzelne Betriebe, sondern die gesamte regionale Wertschöpfung.

Innovation braucht mehr als Technik
„Neben Technologie geht es auch um Menschen, Zusammenarbeit und neue Perspektiven. Bis 2030 werden in Osttirol rund 1.300 Arbeitskräfte fehlen. Umso wichtiger wird es, neue Zielgruppen einzubinden – etwa Frauen in technischen Berufen, junge Menschen, Rückkehrer:innen und Fachkräfte von außen.“ sagt Andreas Kraler, Obmann des Vereins Campus ISEL.
Die Ziele des Projektes Open Osttirol sind ambitioniert. Offenheit wird zum Standortfaktor. Die Zukunft entsteht nicht im Alleingang, sondern dort, wo Menschen bereit sind, zusammenzuarbeiten.

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Fotos: INNOS/Brunner Images