Bereits zum dritten Mal wird heuer von der INNOS GmbH am 12. Juli 2024, ab 15 Uhr im Museum Aguntum der Peter Bruckner Preis verliehen. Der Designpreis hat sich bewusst einem breiteren Publikum geöffnet. Eine Fachjury kürt aus über 50 internationalen Einsendungen die spannendsten 15 Entwürfe, die ausgestellt werden. Im Rahmen einer Fachtagung wird das Thema „Künstliche Intelligenz in Gestaltung und Produktion” erörtert. Der Wettbewerb mit Fachtagung soll zu einem fixen Forum des Austauschs zwischen Design und Handwerk avancieren.
Der Peter Bruckner Preis wird heuer am 12. Juli zum dritten Mal vergeben. Er ist an der Schnittstelle zwischen Design und Handwerk angesiedelt und soll das transformative
Potenzial in Design, Handwerk und Produktion sichtbar machen und fördern. Der Ausschreibung sind heuer 50 Einreichungen – darunter Einzelpersonen, Teams und Unternehmen – aus sechs Ländern gefolgt, die von einer Fachjury bewertet werden. Während im vergangenen Jahr explizit der 3D Metalldruck im Fokus stand, wurde der Wettbewerb heuer bewusst geöffnet. Es wurden Produkte gesucht, die den Wandel in Design, Handwerk und lokaler Produktion thematisieren. Das konnten sowohl innovative Konsumgüter, Bauteile als auch Materialentwicklungen und Produktionsverfahren sein. Der Innovationsaspekt ist das wesentliche Bewertungskriterium, darüber hinaus finden Nachhaltigkeit in Bezug auf Langlebigkeit, Kreislauffähigkeit und Ressourcenschonung, Funktion und Gebrauchswert, Marktchancen, materialgerechte Gestaltung, die Originalität des Entwurfs und nicht zuletzt dessen ästhetische Qualität im Juryentscheid Berücksichtigung.
Der Peter Bruckner Preis ist mehr als ein klassischer Designwettbewerb. Er ist vielmehr ein Forum, das dem Austausch dient und dazu beitragen soll, die willkürlich gezogene Grenze zwischen Handwerkern und Designern zu verwischen. Das ist nur folgerichtig, wenn man bedenkt, dass der Designpreis nach einem beinahe legendären Handwerker benannt ist. Es soll wieder verstärkt zusammenfinden, was eigentlich zusammengehört, nämlich Entwurf und Ausführung. Designer Stefan Moritsch ist der Schwiegersohn des namensgebenden Peter Bruckner. Er lehrt an der New Design University in St. Pölten und leitet dort den
Studiengang Design, Handwerk & materielle Kultur. Moritsch möchte den Disziplinen Design da und Handwerk dort etwas von ihrer Trennschärfe nehmen und ein Stück weit zu früheren Produktionsbedingungen zurückfinden. „Handwerker haben nicht nur produziert, sondern immer auch gestaltet“, sagt Moritsch. Im Umkehrschluss soll es auch Designern verstärkt ermöglicht werden, die disziplinären Fesseln abzustreifen und abseits einer Versteifung auf Ästhetik und Funktionalität selbst in die Umsetzung zu gehen. „In diesem Sinn wird der Designer wieder mehr zum Handwerker.“ Moritsch möchte im Umfeld des Peter Bruckner Preises auch eine Abkehr vom klassischen Design(er)bild einleiten. „Was ist schön? In Wirklichkeit ist etwas schöner, wenn es besser ist, und nicht nur gut aussieht“, so der Designer.
Er sieht eine Überbewertung der Disziplin, die bisweilen bis zur Anmaßung geht, kritisch. Der Peter Bruckner Preis ist bewusst niederschwellig konzipiert, für die drei Bestplatzierten gibt es Preisgelder, fünf Anerkennungspreise werden nach Lienz zur Verleihung eingeladen, maximal 15 Einreichungen ausgestellt. „Dieser Wettbewerb und die daran anschließende Tagung passen sehr gut nach Osttirol“, sagt Stefan Moritsch. Das Handwerk ist ein wertvoller Pfeiler der Osttiroler Wirtschaft und bis zu einem gewissen Grad sogar identitätsstiftend. „Wir wollen hier einen Brennpunkt schaffen, wo regionale und internationale Akteure alljährlich in Lienz die aktuellen Entwicklungen im Spannungsfeld von Design, Produktion und nicht zuletzt Transformation – wesentlich auch durch neue Technologien – diskutieren. Ein solches Forum gab es bislang noch nicht.“
Und INNOS Geschäftsführer Reinhard Lobenwein ergänzt: „Nach wie vor stellen die Digitalisierung und der technische Wandel wichtige Zukunftsthemen für viele Lebens- und Wirtschaftsbereiche dar. Circa 53% der Beschäftigten in der Osttiroler Wirtschaft sind im produzierenden Bereich und in der Dienstleistung tätig, wo zukünftig immer mehr Arbeit automatisiert und computergesteuert erfolgen wird. Begleitend zum Wettbewerb und zur Präsentation der Projekte findet am Freitag, den 12. Juli 2024 ab 15:00 Uhr eine öffentliche Vortragsreihe zum Themenfeld: „Künstliche Intelligenz in Gestaltung und Produktion“ im Museum Aguntum statt.
Zielgruppe dieser Fachtagung sind ins besonders Handwerker, Designer, produzierende Unternehmen sowie die interessierte Öffentlichkeit der Region. Partner im IWP/EFRE geförderten Projekt sind die Feblertauernstraße AG, die Firma HELLA, das „institute for design education austria“, die Wirtschaftskammer Tirol – Bezirksstelle Lienz sowie der Verein „Industrie 4.0 Osttirol“.“
„Ich kann mir keinen besseren Ort vorstellen, um über neuartige Designkonzepte zu diskutieren und diese zu zeigen, als ein Archäologiemuseum. Das macht deutlich, wie relativ die Begriffe alt und neu sind“, sagt Stefan Moritsch. Der Peter Bruckner Preis samt Fachtagung soll zum wiederkehrenden Format werden, in dem das Handwerk näher ans Design gerückt wird und dieses wiederum in der konkreten Umsetzung zu sich kommt.