Arbeiten in der Pension: Was motiviert Menschen dazu?
Der Übertritt in die Alterspension stellt gleichzeitig den Beginn eines neuen Lebensabschnitts dar, geprägt von verdienter Freizeit, Entspannung und einem verstärkten Nachgehen persönlicher Interessen. Heutzutage entscheiden sich jedoch immer mehr Menschen dazu, auch nach Erreichen des Pensionsalters beruflich aktiv zu bleiben. Es handelt sich hierbei nicht nur um die Absicht, nicht in die Pension einzutreten, sondern um die aktive und bewusste Bereitschaft mittlerer und älterer Erwachsener, so lange wie möglich in einem Arbeitsverhältnis am Erwerbsleben teilzunehmen. Gründe hierfür können sowohl auf individueller als auch auf organisationaler Ebene beleuchtet werden.

Individuelle Ebene
Es lassen sich auf individueller Ebene vier wesentliche Motive für die Fortsetzung der Arbeit hervorheben: finanzielle, soziale, persönliche und generative Motive. Während das finanzielle Motiv die Entlohnung und die wirtschaftliche Stabilität meint, wird unter dem sozialen Motiv der Wert des Austauschs mit anderen und die Erlangung positiver Wertschätzung durch andere verstanden. Ein weiterer identifizierter Grund ist von persönlicher Natur. Demnach ermöglicht die Fortsetzung der beruflichen Tätigkeit der Mitarbeiter, Anerkennung zu erlangen und persönliche Ziele zu verfolgen. Die generative Motivation beinhaltet das Bedürfnis, angeeignetes Wissen und Erfahrungen an folgende Generationen weiterzugeben, um somit einen Beitrag zur Entwicklung dieser zu leisten.

Organisationale Ebene
Es zeigt sich, dass maßgeschneiderte Praktiken im Personalmanagement, die das Alter der Arbeitnehmer*innen miteinbeziehen, positive Auswirkungen auf eine Weiterbeschäftigung über das Pensionsalter hinaus nehmen. Belohnungen wie eine erhöhte Anerkennung und flexible Arbeitszeiten für ältere Beschäftigte tragen dazu bei. Organisationen mit altersbezogener Durchlässigkeit, in denen ältere Arbeitnehmer*innen unabhängig von ihrem Alter Wertschätzung erfahren, fördern positive zwischenmenschliche Beziehungen über Generationen hinweg, das unter anderem ein höheres Arbeitsengagement zur Folge hat.

Fazit
Die Entscheidung im Pensionsalter zu arbeiten, wird von einer Vielzahl an Motiven getrieben. Die Vielfalt der Beweggründe zeigt, dass Arbeit im Alter nicht nur als finanzielle Notwendigkeit, sondern auch vor allem als Quelle persönlicher Erfüllung betrachtet wird. Wenn das Privat- und Berufsleben des Einzelnen die Arbeit möglich machen und die Arbeit einem zudem Freude bereitet, tendieren ältere Arbeitnehmer*innen in der Regel dazu, im Beruf zu bleiben.