Schweizer Modell als Vorbild für Osttirol?

 

Die UBS Group AG ist eine Schweizer Großbank mit Hauptsitz in Zürich. In den rund 1000 Niederlassungen in 54 Ländern sind insgesamt 59.946 Mitarbeiter beschäftigt. Die Höhe des verwalteten Vermögens betrug Ende 2015 ca. 2.689 Milliarden Schweizer Franken. Damit zählt die UBS zu den weltweit größten Vermögensverwaltern. Nun verlagert sie einen Teil der Stellen von Zürich nach Biel, weil das Dienstleistungszentrum in Zürich zu teuer ist, wie die Neue Züricher Zeitung vergangene Woche berichtete. In Biel, einer 50.000 Einwohner Stadt im Kanton Bern, sollen dadurch mittelfristig 600 Arbeitsplätze entstehen. Ein erstes Dienstleistungszentrum hat die UBS bereits am Standort Schaffhausen, ein drittes soll noch folgen. Motiv dieser Verlagerung sind die Kosten, vor allem für Löhne und Mieten.

Wie auch andere international tätige Großunternehmen, betreibt die UBS im Ausland sogenannte Shared-Service-Center. Deren Mitarbeiter erledigen unterschiedliche Büroarbeiten in den Bereichen Zahlungsverkehr, IT, Personalwesen, Buchhaltung oder Publikationen. Beliebte Standorte für derartige Dienstleistungszentren sind etwa Polen und Indien. Ursprünglich waren es vor allem die verhältnismäßig niedrigen Gehälter, welche die UBS und andere Firmen dazu bewogen, einfache Büroarbeiten auszulagern. Doch mittlerweile steigen die Löhne in Polen 6 bis 8 Prozent pro Jahr, und liegen damit nur noch etwa 30 Prozent unter dem Schweizer Niveau.

Wegen der anhaltend steigenden Kosten in den „Niedriglohnländern“ verschiebt die UBS also gewisse Tätigkeiten nach Biel und Schaffhausen anstatt nach Polen. Doch was hat all das mit Osttirol zu tun?

Was das Modell der UBS mit Osttirol zu tun hat

Kehren wir von der Schweiz zurück ins heimatliche Tirol. Richard Piock, Geschäftsführer der Innos GmbH, sieht im UBS-Modell großes Potenzial: „Die Wohnungskosten in Innsbruck und der Inntalfurche sowie der Arbeitskräftemangel sind ähnlich ausgeprägt wie in Zürich. Osttirol würde sich für größere Unternehmen mit vielen gut ausgebildeten Arbeitskräften geradezu anbieten, um das UBS-Modell umzusetzen“, so Piock. Er hat sich bereits Gedanken gemacht, was konkret von Innsbruck nach Osttirol ausgelagert werden könnte: eine zentrale Eintreibungsstelle für Verkehrsvergehen (Anonymanzeigen), Hypo Bank (bestimmte Dienste), TIWAG (Abteilung Technik) etc. „So wären Regionalität und Regionalisierung nicht nur Schlagworte“, sieht Piock vor allem die Politik bei der Umsetzung gefordert.

Titelbild: Christos Vittoratos. – Eigenes Werk., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3538286

Von | 2017-06-07T17:08:31+00:00 7. Juni 2017|

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