Trends in Maschinenbau und Automation erkennen und nutzen.

 

Ing. Dr. Markus Lorenz referierte beim „Club der Innovatoren“.

Megatrends haben für jene Unternehmen ein hohes Potenzial, die sie früh genug erkennen, bringt Markus Lorenz, Partner der Beratungsgesellschaft Boston Consulting, seine Kernbotschaft auf den Punkt. Beim „Club der Innovatoren“, der von der Innos GmbH mehrmals pro Jahr veranstaltet wird, gab Lorenz den interessierten Osttiroler Innovatoren einen Überblick über weltweite Megatrends, die er speziell auf den Bereich der Industrie 4.0 herunterbrach.

Apple hat laut Lorenz mustergültig erkannt, dass Design für die Menschen der Industrieländer eine immer wichtigere Rolle spielen würde, und dass man seine Lieblingsmusik stets mobil bei sich haben möchte. Die Firma Kodak hingegen stellte die Produktion von digitalen Kameras ein, nachdem sie als erstes Unternehmen überhaupt eine digitale Kamera auf den Markt gebracht hatte. „Kodak hat die exponenzielle Kurve unterschätzt, mit der die Produktionskosten nach unten gehen“, so Lorenz. So hat der einstige Weltmarktführer den Megatrend der digitalen Fotografie erst erkannt als der Zug schon längst abgefahren war.

Im Bereich der Industrie 4.0 sieht Lorenz beispielsweise open-source und 3D-Druck als Zukunftsthemen. Im Bau muss man die Klimaveränderung sowie die Verknappung von Wohnraum bei unternehmerischen Weichenstellungen berücksichtigen. Anhand des Bergbaus skizzierte Lorenz das Erkennen von Trends. „Die Bergbauindustrie hat erkannt, dass sie nur noch in solchen Regionen Reserven vorfindet, die mit einem höheren geologischen Risiko behaftet sind. Es stellt sich also die Frage, wie es sich dort sicher arbeiten lässt. Die Bergbauindustrie bringt folgerichtig die Infrastruktur mit und erzeugt somit eine Blase der Stabilität, damit sie noch Arbeitskräfte da hin bekommt“, so Lorenz.

Wird die Ausbildung von Fachkräften mit den Megatrends Schritt halten können, lautete eine der Fragen aus dem Publikum. Eine gute Ausbildung sei noch immer sehr wichtig, genüge aber im Arbeitsmarkt der Zukunft nicht mehr, erklärte der Experte. Vielmehr sei ständiges Lernen vonnöten. „Zurzeit gibt es eine Lücke, aber dem Gesetz von Angebot und Nachfrage folgend, wird sich diese Lücke schließen“, ist Lorenz überzeugt.

Auch vor der Bauwirtschaft wird die Digitalisierung nicht vollends Halt machen. Ein Wettbewerbsvorteil ließe sich laut Lorenz durch Simulationen erreichen, aber auch durch eine verbesserte Ablaufplanung auf der Baustelle und durch stärker maschinell ausgerichteten Bau.

Den Einwand, der Mensch würde sich durch die Digitalisierung selbst abschaffen, kann der Experte nachvollziehen. „In den westlichen Ökonomieen wird es trotzdem Zuwächse geben, besonders stark in den Bereichen Design, Verkauf und Field Service“, sagt Lorenz.

Von | 2017-11-06T17:14:47+00:00 6. November 2017|

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