Was Regionalität bewirkt

 

Regionale Produkte zu fördern, heißt sich selbst zu fördern.

 

Regionalität bei Lebensmitteln bedeutet nicht nur Frische, Authentizität, kurze Transportwege und Unterstützung der heimischen Bauern. Regional einkaufen bewirkt weit mehr. Regional einkaufen heißt, den regionalen Wirtschaftskreislauf in Gang zu setzen: Sie kaufen lokal Produziertes ein, der lokale Produzent erhält sein Geld, gibt es seinerseits wieder lokal aus. Die Wertschöpfung, die bei jeder Produktionsstufe erzeugt wird, bleibt in der Region, wird nicht über Zukäufe von außen „exportiert“.

Diese Besinnung auf das „Regionale“ ist daher nicht nur auf Lebensmittel beschränkt, sondern zieht sich bis zu Handwerk und Dienstleistungen hin. Jeder Tischler, Elektriker, Hydrauliker, der Aufträge in der Region abarbeitet, produziert Wertschöpfung. Stammt er hingegen aus anderen Regionen, „wandert“ diese Wertschöpfung ab: Die Löhne werden eben andernorts ausgegeben, und dort werden auch die Kommunalsteuern entrichtet.

Bei regional ansässigen Produzenten, Handwerkern und Dienstleistern bleibt das Geld in der Region. Es setzt den regionalen Wirtschaftskreislauf in Gang, verstärkt ihn, lässt das Brutto-Regionalprodukt wachsen. Im Grunde fördert man durch Auftragserteilung an regionale Betriebe sich selbst. Denn  durch den Wirtschaftskreislauf erhält man selbst wieder ein Stück vom Kuchen an dem man „mitgebacken“ hat.

Das vermeintliche Einsparen bei der Vergabe von Dienstleistungen oder beim Einkauf von Produkten außerhalb der Region – weil es dort 2, 3 oder 5% billiger ist – ist egoistisch und zu kurz gedacht. Die Ausgaben, die die Lohnbezieher, die Unternehmer, die Gastronomen wieder in der Region tätigen, gleichen a la long die vermeintlichen Einsparungen aus. Regionalität ist also nicht nur Garantie für Frische, authentische Lebensmittel, die ökologisch produziert und transportiert werden, sondern sie ist volkswirtschaftlich richtig und nachhaltig.

Von | 2017-07-14T14:14:01+00:00 20. Juli 2017|

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