Nicht immer ist drinnen, was draufsteht.

Marke „regional“: Ursprung der Grundprodukte ist ausschlaggebend

 

Wenn Lebensmittel mit „regional“ oder „aus der Region“ beworben werden, dann wird nicht selten geflunkert. Wichtig ist bei „regional“ nämlich nicht in erster Linie, ob der Produzent in der Region ansässig ist, sondern dass die Grundstoffe aus der Region stammen.

Der Ursprungsnachweis ist ausschlaggebend. Wenn die Schweine, gezüchtet und geschlachtet in den Niederlanden, nur in Südtirol eingepökelt und geräuchert werden, ist der Speck „aus der Region“ ein „fake“, eine Täuschung. Wenn aber Aufzucht, Schlachtung und die Verarbeitung in der Region erfolgt, ist die Aussage „regional“, aus der Region“ ein Gütesiegel. Wenn ein Produkt also als „regional beworben wird, ist darauf zu achten, wo die Grundprodukte herkommen.

Dies passiert beispielsweise bei „regional-bewussten“ Gastronomen: Sie geben an, von welchem Bauern das Fleisch, das Gemüse, der Salat, die Eier, der Käse oder das Brot  stammen. Liegen die Bauernhöfe  oder der Bäcker im Umkreis von 30 – 40 Kilometern, ist Frische, der ehrliche, ursprünglich-authentische Geschmack garantiert.  Der Gast muss in diesem Fall akzeptieren, dass die Speisen nicht konstant den gleichen Geschmack aufweisen oder immer zur Verfügung stehen. Die Natur lässt sich nicht standardisieren und normen, hat Saisonen. Und jeder Kalendermonat hat seine Besonderheiten und „Highlights“.

Das macht eigentlich das Essen erst interessant – die Kulinarik als Kalenderbote. Tomaten  und Gurken in unserer alpinen Gegend gibt es eben erst ab Mitte Juli bis September. Die  in den nicht regional-bewussten Restaurants servierten Salate im Winter mit Gurken, Tomaten usw. sind eben in Großglashäusern in Südspanien oder den Niederlande gezüchtete Produkte mit „Einheitsgeschmack“.

Daher sollten „Tiroler Gasthäuser“ (und mit dem Zusatz „Tirol“ verbinde ich ja die Region) ihre Speisekarten darauf abstimmen. Und überhaupt ist die Speisekarte Ausdruck der Mission, der Wertehaltung und der Identität eines Wirtes … doch dazu mehr in unserem nächsten Blogbeitrag.

Von | 2017-07-10T15:44:18+00:00 10. Juli 2017|

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